Chance für Fahrradbahn?

Ein Fahrradweg auf der 2002 stillgelegten Bahntrasse zwischen Kleinglattbach und Enzweihingen rückt wieder in den Fokus der Diskussion. In seiner Rede zur Einbringung des Haushalts 2013 hob der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch das Thema auf den Plan.
Im kommenden Jahr liegt das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur S-Bahn-Verlängerung vor. Wie sich die S-Bahn-Linie 5 von Bietigheim-Bissingen nach Vaihingen erweitern lässt, wollen der Verband Region Stuttgart und die Kommunen Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim, Sersheim und Vaihingen wissen. Die Expertise soll beleuchten, wie die 14 Kilometer lange Strecke ausgebaut werden müsste, damit neben den Regionalzügen auch die S-Bahnen verkehren könnten. Innerhalb der Machbarkeitsstudie ist auch die alte WEG-Trasse ein Untersuchungsgegenstand.
„Sollte keine Schienennutzung möglich sein, würde die Nutzung als Radweg die Attraktivität der Stadt erhöhen“, sagte jetzt Oberbürgermeister Maisch bei seiner Etatrede. Ohne eine Bahnnutzung sei ein Radweg die richtige Entwicklung.
Im September 2009 gab es in der Geschichte der Stadt Vaihingen den ersten Bürgerentscheid zu diesem Thema. Das Resultat: In den nächsten drei Jahren wird kein Radweg auf der stillgelegten Bahntrasse gebaut. 8487 Wahlberechtigte stimmten damals bei der Frage, ob eine Fahrradbahn gebaut wird, mit Nein, 6227 mit Ja. Damit hatte die Initiative „Fahrradbahn“, die über ein Bürgerbegehren den Bürgerentscheid erzwang, ihr Ziel nicht erreicht. 42 Prozent der Wähler waren für den Radweg auf der drei Kilometer langen Trasse, 58 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung beim ersten Bürgerentscheid lag am 27. September 2009 bei knapp 73 Prozent.

Aus VKZ vom 24. November 2012. Zum Originalartikel hier klicken

Verkehrspolitische Radtour des ADFC von Pforzheim nach Vaihingen

Auf Einladung und Leitung der ADFC Landesvorsitzenden Frau Dr. Zühlke radelte am Freitag, 24. August eine Gruppe von MdL, BM und ADFC-lern von Pforzheim nach Stuttgart. Dabei war auch Frau Staatssekretärin Splett vom Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur, der grüne Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Vaihingen, Markus Rösler sowie für die Stadt Vaihingen Bürgermeister Reitze, Nachfolger von Herrn Nestle, mit dem sich die Initiative seinerzeit auch auseinandersetzen musste. Mit dieser Radtour sollte exemplarisch die Situation für den Radverkehr in Baden-Württemberg erkundet und diskutiert werden.

Für unsere Initiative bestand die Gelegenheit, das Projekt „Fahrradbahn“ vorzustellen. Nach dem Bürgerentscheid haben sich inzwischen – wie vorhergesagt - die Randbedingungen in Bezug auf die Finanzierung entscheidend verbessert. Für „verkehrswichtige“ Radwege gibt es inzwischen 50 % Zuschuss vom Land. Allein schon dieses Jahr wird speziell dafür vom Land ein Fördervolumen von 2,9 Millionen € bereitgestellt. So haben zum Beispiel dieses Jahr folgende Städte positiven Förderbescheide bekommen und können mit dem Bau loslegen:

  • Schwäbisch Gmünd mit Zuwendung in Höhe von 600.000 €

  • Radweg zwischen Neubronn und Laubach (bei Abtsgmünd) mit 290.000 €

  • Neuer Radweg in Crailsheim mit 250.000 €

  • Stadt Rutesheim mit Förderzusage für Radwegbau über 129.000 €

Für nächstes Jahr sollen 10 Mio € und 2014 rund 15 Mio € für den Radwegausbau im Förderprogramm bereitgestellt werden.

Zur Erinnerung: Die Kosten der Fahrradbahn sind insgesamt vergleichsweise niedrig, da die Trasse bereits im Besitz der Stadt ist. Mit dem einfachsten Ausbaustandard (wassergebundene Deckschicht statt Asphaltbelag) wurde die gesamte Strecke einvernehmlich zwischen Stadt und Initiative auf 720.000 bis 800.000 € geschätzt. Bei einer Förderung von 50 % durch das Land würden lediglich noch rund 400.000 € auf die Stadt entfallen. Sollte selbst dieser für eine rund 7 km lange, zentrale, innerstädtische Radverbindung relativ kleine Betrag für die Stadt Vaihingen noch zu hoch sein, gibt es noch die Möglichkeit nach der Dringlichkeit Bauabschnitte (zum Beispiel 3) zu bilden und die Maßnahme über zum Beispiel drei Jahre zu strecken bei einer dann jährlichen Belastung von rund 135.000 €!  Vielleicht besinnt sich die Stadtverwaltung ja noch eines Besseren, wenn am 27. September die Bindungswirkung des Bürgerentscheids endet.

Beim Abschluss bei Cappuccino und Kuchen wurde auch noch das fehlende Radwegestück zwischen Gündelbach und dem Vaihinger Bahnhof angesprochen, aufgrund dessen man als Radfahrer immer noch gezwungen ist, ein längeres Stück auf der inzwischen stark befahrenen L1131 zu fahren. Insbesondere an Bürgermeister Reitze und den Landtagsabgeordneten Rösler ging die Bitte, sich für eine baldige Realisierung einzusetzen. Bestehen doch seit 2002 zwei Ortschaftsrat- und ein Gemeinderatsbeschluss, diesen fehlenden Abschnitt in der Radwegeverbindung vom Gündelbach zum Bahnhof zu bauen.

Zur Berichterstattung in der Presse Bilder anklicken