Häufig gestellte Fragen

Es freut uns, dass seit Beginn unserer Initiative eine Diskussion zum Thema Fahrradbahn Vaihingen/Enz unter den Bürgern und auch den Gemeinderäten Vaihingens in Gang gekommen ist.

Im Folgenden wollen wir zu einigen Fragen Antworten geben, die uns im Laufe der Unterschriftenaktionen gestellt worden sind.

 

Wie kommt die Initiative zu einer Kostenschätzung von 707 000 € - es gibt Aussagen, die Kosten würden sich auf 1,5 Mio. € belaufen?

  Auf dem Unterschriftenblatt steht, dass möglicherweise die Grundsteuer erhöht werden muss, um den Radweg zu finanzieren. Wie viel wird die Grundsteuer erhöht?
  Wenn die Bahntrasse einmal entwidmet ist, wird es sehr schwierig werden, dort jemals wieder Gleise zu verlegen und Züge fahren zu lassen. Wäre es nicht ökologisch nachhaltiger, die Gleise zu erhalten und auf eine erneute Nutzung mit Zügen zu hoffen, wenn vielleicht auch erst in 20 Jahren?
 

Wieso ist eine zu einem Radweg umgebaute Bahntrasse touristisch attraktiv?

 

Warum strebt die Initiative das Bürgerbegehren ausgerechnet in diesem Jahr an?

  Wie viele Schüler würden tatsächlich den Radweg nutzen? Dass es in den Vaihinger Schulen ein paar Tausend Schüler gibt, heißt doch nicht gleich auch, dass Tausende von Radfahrern über die Trasse pendeln!

Wie kommt die Initiative zu einer Kostenschätzung von 707 000 € - es gibt Aussagen, die Kosten würden sich auf 1,5 Mio. € belaufen?

Die Initiative geht von einer Umwandlung der Eisenbahntrasse in einen geschotterten Radweg aus (ohne Bodenversiegelung, ohne Beleuchtung).

Die im Bürgerbegehren genannte Summe beinhaltet den Abbau und die Verwertung der Schienen genauso wie die sachgerechte Entsorgung der mit Teer kontaminierten Schwellen. Ebenso sind in den Kosten die notwendigen Brückensanierungen enthalten inkl. Anbringung von Geländern (wo erforderlich). Die Kostenannahmen sind vergleichbar mit denen von Referenzobjekten, bei denen ebenfalls Schienenwege in Radwege umgewandelt wurden.

Es ist natürlich auch möglich, für die Strecke 1,5 Mio. EUR auszugeben, z.B. durch Auftragen einer Asphaltdecke, Beleuchtungsinstallation auf ganzer Länge und Brückenneubau anstelle Sanierung. Nach Ansicht der Initiative sollte der Radweg aber zunächst mit den minimal erforderlichen Investitionen eingerichtet werden.

In der Zwischenzeit haben wir unsere Kostenaussagen durch konkrete, schriftliche Angebote von Unternehmen verfestigen können. Siehe dazu unsere aktuelle Kostenaufstellung.

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Auf dem Unterschriftenblatt steht, dass möglicherweise die Grundsteuer erhöht werden muss, um den Radweg zu finanzieren. Um wieviel wird die Grundsteuer erhöht?

Den Passus der Grundsteuererhöhung als mögliche Finanzierung haben wir auf Anraten des Vereins „Mehr Demokratie e.V.“ in den Text des Unterschriftenblatts als letzte Finanzierungsoption mit aufgenommen. Wir sind jedoch grundsätzlich davon überzeugt, dass es möglich sein muss, die Einrichtung des Radwegs ohne Mehrbelastung für die Vaihinger Bürger umzusetzen:

Aus einer Veröffentlichung der lokalen Presse vom Nov. 2008 geht hervor, dass Vaihingen/Enz in den Jahren 2010-2012 ein Investitionsvolumen von 35 Mio. EUR plant, darunter z.B.

Im Verhältnis zu diesen Vorhaben, die unseres Wissens nach auch ohne Grundsteuererhöhung finanziert werden, ist die Investition in den Radweg als klein einzustufen - spart man etwa bei diesen Projekten nur ca. 5% ein, ist der Radweg finanziert, ohne Beeinträchtigung anderer Investitionen für die Bürger wie z.B. Ortskernsanierung Enzweihingen, sonst. Verkehrswegeprojekte,....

Weitere Ansätze zur Finanzierung wären:

Wir halten daher eine Erhöhung der Grundsteuer wegen der Fahrradbahn in Vaihingen für kaum realistisch (es sei denn, der Gemeinderat wolle die Bürger im Falle eines Entscheides für die Fahrradbahn bestrafen – aber das glauben wohl nicht mal diejenigen, die heute die Grundsteuererhöhungsthematik als Argument gegen die Fahrradbahn ins Feld führen).

siehe dazu  Investitionshaushalt Vaihingen/Enz lt. VKZ vom 25.11.2008:

„So hat die Stadt Vaihingen von 2010 bis 2012 ein Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro aufgelegt. Eckpunkte sind hier der Umbau Marktplatz 5 (300000 Euro) mit Neubau Technisches Rathaus 5,28 Millionen, Neubau Feuerwache 5 Millionen, Ausgleichsmaßnahmen nach dem Naturschutzgesetz 270000 Euro, Ortskernsanierung Enzweihingen 200000 Euro, Straßenbau 1,6 Millionen, Investitionskostenumlage Zweckverband Strudelbach 851000 Euro, Kanalbau 1,65 Millionen, Ausbau Kläranlage Vaihingen 120000 Euro, Neubau Bauhof Vaihingen 6,85 Millionen, ÖPNV-Investitionszuschuss 128000 Euro, Erwerb von Wohn- und Geschäftsgebäuden 300000 Euro, Grunderwerb 600000 Euro, Erwerb beweglicher Sachen 1,1 Millionen, planmäßige Tilgungen 719000 Euro und außerordentliche Tilgungen 8,6 Millionen Euro.“

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Wenn die Bahntrasse einmal entwidmet ist, wird es sehr schwierig werden, dort jemals wieder Gleise zu verlegen und Züge fahren zu lassen. Wäre es nicht ökologisch nachhaltiger, die Gleise zu erhalten und auf eine erneute Nutzung mit Zügen zu hoffen, evt. in 20 Jahren?

Seit nunmehr sieben Jahren ist die Strecke stillgelegt. Es wurden verschiedene Gutachten erstellt, die jeweils keine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung für den schienengebundenen Personennahverkehr ermitteln konnten.

Auch das Angebot an einen Verein zur Nutzung als Museumseisenbahn führte nicht zu einer Reaktivierung der Strecke.

Es besteht daher keine Hoffnung, dass die Trasse in absehbarer Zeit für Zugverkehr genutzt werden kann.

Natürlich kann heute niemand sagen, was in 20 Jahren sein wird.

Berücksichtigt man jedoch die Fortschritte in der techn. Entwicklung (z.B. Elektrofahrzeuge, ACC (Adaptive Cruise Control, FTS (Fahrerlose Transportsysteme), so ist es gut wahrscheinlich, dass man in 20 Jahren keine Schienen mehr benötigen wird, wenn man dann tatsächlich einen Pendeldienst zwischen Enzweihingen und Kleinglattbach einrichten möchte.

Wir halten daher eine sofortige Nutzung für alle Bürger als Radweg mit der Option einer späteren Nutzung für neue ÖPNV-Mittel für ökologisch nachhaltiger als eine weitere Nicht-Nutzung (bei dennoch zu tätigenden Erhaltungsinvestitionen!) auf unbestimmte Zeit.

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Wieso ist eine zu einem Radweg umgebaute Bahntrasse touristisch attraktiv?

Die Bahntrasse bietet eine Durchfahrung Vaihingens mit geringem Kraftaufwand (geringe Steigungen) und besonders reizvollen Aussichten (z.B. von Brücken).

Beispiele von anderen umgebauten Bahntrassen spiegeln die touristische Anziehungskraft einer solchen Lösung wieder:

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Warum strebt die Initiative das Bürgerbegehren ausgerechnet in diesem Jahr an?

Das hat zwei Gründe:

  1. Schluss mit der „ewigen Verschleppung“: Nach einem Artikel aus der örtlichen Presse ist zu erwarten, dass es trotz Einsatz einer Arbeitsgruppe über lange Zeit im Jahr 2008 keine klare Entscheidung zur weiteren Nutzung der Bahntrasse durch den Gemeinderat geben wird, d.h. vor uns stünden wieder mehrere Jahre, in denen die Bahnstrecke zwar Geld kostet, aber nicht genutzt wird – genau das wollen wir aber nicht.

  2. Kosten sparen: Im Jahr 2009 finden Kommunal- und Bundestagswahlen statt. Durch Zusammenlegung des Termins zum Bürgerentscheid z.B. mit der Kommunalwahl lässt sich der Aufwand für die Durchführung des Bürgerentscheides optimieren.
    (Obwohl es noch günstiger geht: indem der Gemeinderat unter Eindruck der 3000 von Vaihinger Bürgern bereits abgegebenen Unterschriften umgehend den Inhalt des Bürgerbegehrens als eigenen Beschluss umsetzt.

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Wie viele Schüler würden tatsächlich den Radweg nutzen? Dass es in den Vaihinger Schulen ein paar Tausend Schüler gibt, heißt doch nicht gleich auch, dass Tausende von Radfahrern über die Trasse pendeln!

Die Aussage stimmt natürlich. Aber: interessanterweise hat die Stadt Vaihingen diese Frage bereits im Jahr 2007 analysiert, hier ein Textauszug aus der Auswertung einer Umfrage unter Schülern:

Also lautet die Antwort, dass ca. 930 Schüler (Stand 2007) die Fahrradbahn nutzen würden. Wenn nun pro Tag im Durchschnitt tatsächlich nur ein Drittel dieser 930 Schüler auf dem Radweg unterwegs wäre (nicht alle fahren täglich mit dem Fahrrad), wären das unter Berücksichtigung von Hin- und Rückweg am Tag über 600 vermeidbare Gefahren im Straßenverkehr. Dazu kommen noch die anderen Nutzer aus der Erwachsenenwelt und die Kinder, die z.B. am Nachmittag zu ihren Freunden fahren.

Sollte uns das nicht die Investition in den Fahrradweg wert sein?

Oder andersrum:

Wenn wir die Fahrradbahn nicht bauen und stattdessen zehn weitere Jahre auf eine Wiederverwendung für Zugverkehr warten, finden in dieser Zeit 600 Fahrten *200 Tage* 10 Jahre=1,2 Millionen Schülerfahrten auf der Straße statt – das ist uns zu riskant!

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Warum soll in einen weiteren Radweg investiert werden? Eher sollte in unserem Teilort mal eine neue Turnhalle gebaut werden!

Sicherlich gibt es in Vaihingen eine ganze Reihe sinnvoller Investitionsprojekte, die teilweise bereits geplant sind oder sich noch auf der Wunschliste der Bevölkerung bzw. des Gemeinderats befinden. Zwei Dinge sprechen jedoch für eine schnelle Umsetzung der Fahrradbahn:

  1. Hier gibt es durch das Bürgerbegehren einen in kürzester Zeit (zwei Wochen) sehr deutlich per Unterschrift artikulierten Wunsch von über 2.500 Vaihinger Bürgern zur Umsetzung

  2. Die Investition in die Fahrradbahn ist sicherheitsrelevant und kann im Zweifel sogar Unfälle von Schülern im Straßenverkehr (z.B. beim Durchfahren Industriegebiet Vaihingen - LKW-Verkehr!) vermeiden - ein Argument, von dem wir hoffen, dass es nicht durch konkrete Vorfälle erst noch unter Beweis gestellt werden muss!

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